geb. Strauss
24.08.1903
–unbekannt
Überlebende; irrtümlich auf dem Namenfries der Gedenkstätte Neuer Börneplatz aufgeführt; in Frankfurt am Main geboren; am 10. September 1942 Heirat mit dem Kaufmann Max Seckbach; Schwiegertochter von Jeanette Hilda Seckbach, geb. Goldschmidt, die Schwiegermutter lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA, wo sie 1969 verstarb; Schwägerin des Tischlers Josef Seckbach, der ebenfalls Opfer der Schoa wurde.
Frankfurter Adressen Uhlandstraße 46, zuletzt mit Ehemann, Schwiegermutter und zwei Schwägern Fünf-Zimmer-Wohnung Bäckerweg 28/I. Der Ehemann arbeitete zuletzt als Textilvertreter; verfolgungsbedingte Aufgabe der Erwerbstätigkeit nach widersprüchlichen Angaben in den Entschädigungsakten entweder im April 1933 oder im Jahr 1937. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom wurde der Ehemann am 10. November 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
Martha Seckbach wurde am 15. September 1942 zusammen mit ihrem Ehemann und der 70-jährigen Schwiegermutter bei der neunten Deportation aus Frankfurt in das Durchgangs- und Konzentrationslager Theresienstadt. Der Ehemann wurde von dort im Oktober 1944 mit Transport "Eq-26" in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo der Ehemann wahrscheinlich ermordet wurde. Laut Entschädigungsakten starb er dort im Oktober 1944. Das amtliche Todesdatum von Max Seckbach wurde auf den 8. Mai 1945 festgesetzt.
Martha Seckbach und die Schwiegermutter wurden laut Entschädigungsakten nach dreieinhalb Jahren Haft in Theresienstadt befreit und gingen später in das US-amerikanische Exil.
Der Schwager Josef Seckbach wurde am 24. September 1942 mit seiner 21-jährigen Ehefrau bei der zehnten großen Deportation aus Frankfurt nach „Osten“ verschleppt. Der Transport ging über Berlin nach Raasiku in Estland. Wahrscheinlich wurde Josef Seckbach ermordet. Sein Todesdatum wurde auf den 1. Oktober 1942 festgesetzt. Die Schwägerin wurde im April 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen befreit, kehrte im August 1945 kurzzeitig nach Frankfurt zurück und emigrierte im Januar 1947 ebenfalls in die USA.
Deportationsliste Theresienstadt 15.09.1942
Liste Befreiung Theresienstadt
HHStAW Best. 518/Paket 1019/W-40147 (Schwager Josef Seckbach)
Manfred Bierganz/Amelie Kreutz: Juden in Aachen, hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen e. V., Aachen 1988 (Ehemann)
Biografie zuletzt aktualisiert am: 03.12.2024 09:01